AUS DER GESCHICHTE UNSERES VEREINS

Der KGV Kappler Hang ist einer der traditionsreichsten Kleingartenvereine in Chemnitz und kann inzwischen auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1926 offiziell gegründet, ist der Verein von anfänglich 76 Gärten auf 235 Gärten angewachsen, und gehört damit zu den großen Chemnitzer Kleingartenvereinen.  Im Norden grenzt er an den zwei Jahre später gegründeten KGV „Kaßberghöhe“ und an der westlichen Grenze wurde 1977 der KGV „am Michaelberg“ etabliert.

Die Ursprünge unseres Vereins gehen auf den im Jahr 2022 gegründeten Gartenbauverein „Ulmenwiese“ zurück. Da dieser den Bedarf an Kleingartenland nicht decken konnte, wurde im Jahr 1925 die Zuweisung von Gartenland beim Kleingartenamt Chemnitz gestellt. Grundstücksinspektor Leopold Wassermann forderte damals den Nachweis von 300 Interessenten, der nach nur zwei Monaten erbracht werden konnte. Daraufhin wurden dem Gartenbauverein „Ulmenwiese“ die Fläche von etwa 27.146 m² zwischen der (heute nicht mehr betriebenen) Brauerei Feldschlößchen und dem Sportplatz (Westkampfbahn) zur Nutzung zugewiesen. Bereits 1926 wurde damit begonnen das Feldgrundstück zu erschließen, erste Lauben zu errichten und das Grundstück in Kleingartenparzellen von ca. 300 qm Größe aufzuteilen. In der ursprünglich als Unterabteilung „Feldschlößchen“ des Gartenbauvereins „Ulmenwiese“ geführten Gemeinschaft wurde schnell der Wunsch laut, ein eigenständiger Verein zu werden. Am 3. Oktober 1926 erfolgte dann die Gründung des Gartenbauvereins „Kappler Hang“ mit 76 Mitgliedern im Restaurant der Brauerei Feldschlößchen. Am 13. April 1927 wurde der Verein als gemeinnütziges Unternehmen im Vereinsregister beim Amtsgericht Chemnitz eingetragen.  

Aufgrund der großen Nachfrage nach Kleingartenland wurden dem Verein in den Folgejahren weitere Flächen zugewiesen bzw. durch den Verein erworben. 1928 kamen die Spielwiese und die unterhalb gelegenen 37 Gärten bis zum Grundstück der ehemaligen Gärtnerei an der Kappelbachgasse, also etwa 16.415 m² hinzu. Bereits 1930 kamen weitere 22.910 m² und 64 Gärten hinzu, die vom heutigen Quersteig bis zur ehemaligen Gärtnerei an der Kappelbachgasse reichen. 1935 kamen auf der Fläche zwischen Quersteig und jüdischem Friedhof noch einmal weitere 62 Gärten auf einer Fläche von 21.000 m² hinzu. In Ergänzung zu den Kleingärten wurde 1926/1927 bereits eine kleine Kantine errichtet. Diese befand sich an der Stelle des heutigen Bauhofs und hatte eine Grundfläche von ca. 6 mal 16 Meter. Die Bewirtschaftung erfolgte durch die arbeitslosen Mitglieder des Vereins und wechselte monatlich. Allerdings hielt der provisorische Bau nicht sehr lange, das Dach wurde schnell undicht und bereits 1931 verfügte die Baupolizei wegen der gravierenden Mängel den Abriss. In seiner Mitgliederversammlung am 25. Mai 1932 beschloss der Verein den Bau eines neuen, deutlich größeren Heims, das über Kellerräume, eine Gaststube mit Küche und Saal, eine Terrasse, Sanitäranlagen (Trockentoiletten) und einem Vorstandszimmer verfügen sollte. Das war die Geburtsstunde unseres heutigen Vereinsheimes das in der Folge für 38.000 Reichsmark durch Baumeister Landgraf basierend auf Plänen des Architekten Alfred Tittel gebaut wurde.

Chromik

Die erste gedruckte Chronik des Kleingartenvereins “Kappler Hang e.V.” ist aus Anlass des 80.Jubiläums erschienen. In jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit hat unser ehemaliger Vorsitzender, Fred Reuther, den Weg des Vereins von 1926 bis 2006 ausführlich nachgezeichnet. Die gebundene Chronologie kann von den Mitgliedern und Interessenten beim Vorstand erworben werden. Zum 85. Jahrestag im September 2011 wurde ein Nachtrag der Jahre 2006 bis 2011 als Einlage veröffentlicht. Die oben geschrieben Kurzchronik basiert im Wesentlichen auf dieser Chronologie.